Golem als Bandnamen auszuwählen ist sicher nicht die opimalste Lösung, denn da waren andere Formationen bereits schneller. An dem schon längst zahlreich verwendeten Bandnamen soll es aber nicht liegen, dass die Italiener scheitern. Denn das Quartett spielt sehr sympathischen und ehrlichen Melodic Death Metal der – wie es sich gehört – schnell ins Ohr geht und gute Laune bringt. Die Melodien orientieren sich dabei nur teilweise am typisch schwedischen Sound. Denn so einige Soli, von denen positiver Weise sehr viele eingebaut wurden, erinnern vereinzelt an traditionelle Metal Bands gepaart mit neo-klassischen Zügen, was schon sehr zu imponieren vermag, da es eher ungewöhnlich (aber dennoch verdammt gut) klingt. Sicher hat man sich da einen Teil bei Children Of Bodom und Co abgeschaut, andererseits aber wieder mit eigenen Elementen vermischt, sodass von Klau keinesfalls die Rede sein kann. Die gesanglichen Ergüsse sollten in dem Zusammenhang ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, denn auch diese sind nicht durchgehend so genretypisch. Vor allem der klare und selten gar Chor-artige und sehr angenehm klingende Gesang tönt außergewöhnlich aber dennoch passend. Die Scheibe hätte für meinen Geschmack aber noch eine etwas fettere Produktion nicht schlecht zu Gesicht gestanden, da den Liedern manchmal ein wenig der Biss fehlt. Das könnte aber manchmal auch von dem manchmal zu seichtem Tempo und der überwiegenden Aggressionslosigkeit herrühren. Nur bei dem frechen „Metal Holocaust“ packen sie mal etwas fester zu. Schade eigentlich, denn so hätte das Album durchaus noch packender klingen können. Auch die herunter gestimmten Gitarrenriffs, von denen aber auch nicht so häufig Gebrauch gemacht wird, hätten eindeutig interessanter gestaltet werden können. Dafür sind die spärlich eingesetzten Keyboard- und Synthesizersounds wiederum gut gelungen und klingen zu keiner Zeit aufdringlich. Zusammenfassend sollten die italienischen Golem für Liebhaber melodischen Death Metals zukünftig wohl interessanter sein als die alt gewordenen In Flames und Konsorten. Euer Geld hat ihr Debüt „Black Era“ meines Erachtens nach jedenfalls eher verdient als die Outputs von Formationen der inzwischen durchgehend ähnlich bis gleich klingenden Göteborger Death Metal-Bewegung.